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Hoher Besuch aus Düsseldorf

Großes Lob aus berufenem Munde für Ruppichterother Schule


Vergeblich hatten die Eltern in den letzten Jahren z.B. durch Unterschriftenaktionen für den Erhalt des Schulkindergartens in Ruppichteroth gekämpft.

Die alte Landesregierung (SPD/Grüne) hatte per Gesetz die Schulkindergärten ab 01. 08. 2005 geschlossen. Durch den Regierungswechsel hatten die Eltern Hoffnung geschöpft, dass durch die neue Regierung (CDU/FDP) dieses Gesetz wieder rückgängig gemacht würde.

Durch das neue Schulgesetz, das ab dem Schuljahr 2006/2007 in Kraft treten wird, soll nun der Schulkindergarten nicht wieder eingeführt werden, jedoch mit den sogenannten Lernstudios den Schulen ein Kompromiss angeboten werden. Durch innere und äußere Differenzierung sollen in der Grundschule noch schulunfähige Kinder so gefördert werden, dass sie möglichst, ohne ein Jahr zu verlieren, in die erste bis vierte Klasse integriert werden.

Auf Initiative der Schulpflegschaft der Grundschule Ruppichteroth und Einladung der Schule kam Günter Winands, Staatssekretär im Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW, am 09. Juni 2006 in die Gemeinschaftsgrundschule Ruppichteroth, um einerseits vor Ort das Konzept und die Arbeit der Grundschule Ruppichteroth zu erfahren, aber auch um sich der Kritik und den Fragen der Eltern, Lehrer und der Gemeinde als Schulträger zu stellen.


Begleitet wurde er vom zuständigen Gruppenleiter im Schulministerium für Grundschulen, Förderschulen und Realschulen, Herrn Ralph Fleischhauer.


Rektorin Ute Scharmann und die Vorsitzende der Schulpflegschaft Sabine Zimmermann begrüßten den hohen Besuch aus Düsseldorf im Forum der Schule.
Musikalisch wurden die Gäste mit einem Lied willkommen geheißen.
Ebenso freute sich Bürgermeister Hartmut Drawz über den hohen Besuch in der Gemeinde und hob bei seiner Begrüßung das Engagement der Kommune für die Hauptschule sowie die Grund-schulen Ruppichteroth, Schönenberg und Winterscheid und die gute Zusammenarbeit zwischen Schulen und Schul-trägern hervor.

Ein Rundgang durch die Schule mit einigen kurzen Unterrichtsbesuchen stimmte die Gäste in eine anschließende angeregte Informations- und Diskussionsrunde ein.






An dem Treffen nahmen neben dem Lehrerkollegium und der Elternvertretung auch Schulamtsdirektorin Gisela Kuhn, ferner Bürgermeister Hartmut Drawz und der bisherige Leiter der Grundschule Rektor i.R. Ludwig Neuber teil.


Staatssekretär Winands hatte sich für seinen Besuch viel Zeit genommen und doch vergingen die zweieinhalb Stunden wie im Flug, in denen er sich mit den Lehrerinnen und Lehrern, mit Eltern- und Gemeindevertretern auf einen ausführlichen Meinungsaustausch einließ.

"Das Engagement, das Sie für Ihre Schülerinnen und Schüler zeigen, hat mich ebenso beeindruckt wie die Art und Weise, in der Sie miteinander um den richtigen Weg zu einer optimalen Förderung der Kinder ringen", schrieb der Staatssekretär nach seinem Besuch in einem Dankschreiben der Schule und fügte hinzu: "Ich habe die Schule in dem sicheren Gefühl verlassen, dass hier eine wertvolle pädagogische Arbeit für die Kinder der Schule geleistet wird und es hat mich besonders gefreut zu sehen, dass die Schule dabei die volle Unterstützung des Schulträgers genießt."

Günter Winands diskutierte mit den Lehrerinnen und Lehrern insbesondere über eine optimale Förderung von Grundschulkindern. "Die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler ist Auftrag jeder Schule. Das wird künftig ganz deutlich in § 1 unseres Schulgesetzes betont", erklärte Winands in dem Gespräch. Der Staatssekretär wies darauf hin, dass die Schulen dabei vor unterschiedlichen Herausforderungen stünden und von der Landesregierung daher auch unterschiedliche Personalressourcen erhielten. Die GGS Ruppichteroth, die sich, wie Winands betonte, bereits um die Integration von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf verdient gemacht habe, verfüge nicht nur über engagierte Grundschullehrkräfte, sondern auch über eine Sonderpädagogin und über einen Sozialpädagogen.

Jede Grundschule, so Winands weiter, werde verpflichtet, ein Konzept zur Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler im Rahmen der ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen zu erarbeiten. Diese Förderung könne künftig auch bedeuten, dass ein Teil der Kinder, die besonderer Unterstützung bedürften, vorübergehend auch außerhalb ihres Klassenverbandes in äußerer Differenzierung im so genannten Lernstudio gefördert werden. Allerdings dürfe die Förderung im Lernstudio nicht in vollem Umfang an die Stelle des Unterrichts im Klassenverband treten. Ziel sei es, Kindern die Förderung zu bieten, die sie bräuchten, sie aber möglichst schnell an den Unterricht ihrer Stammklasse heranzuführen.

Viele Kinder benötigten keine dauerhafte, sondern eine zeitlich begrenzte Unterstützung. Deshalb sei eine Zurückstellung um ein ganzes Jahr, wie sie zu Zeiten des Schulkindergartens üblich war, keine optimale Lösung. "Viele Eltern und viele Kinder haben das schon als Scheitern zu Beginn der Schulzeit empfunden. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit der individuellen Förderung zum Beispiel im Lernstudio mehr erreichen werden und mehr auf die individuellen Förderbedürfnisse der Kinder eingehen können - und das ist für uns das A und O der Schulpolitik", sagte Winands.

In seinem Brief an Rektorin Scharmann, das Kollegium und die Eltern heißt es abschließend: "Ich bin sicher, dass Sie als eine Schule, die sich in besonderem Maße der Integration widmet, konzeptionell hervorragende Wege gestalten werden, die einer individuellen Förderung aller Kinder dienen. Dazu wünsche ich Ihnen viel Glück, Zuversicht und nicht zuletzt auch Freude bei der Arbeit.